Konzept und Erprobung eines adaptiven ABX-Hörvergleichs zur Bewertung subtiler Arbeitsschritte in der künstlerischen Musikproduktion
- Je kleiner die Unterschiede zwischen den Signalen sind, desto stärker beeinflussen die Testbedingungen die Unterscheidbarkeit der Stimuli im Diskriminanztest. Üblicherweise soll dieser Einfluss durch strikte Kontrolle aus den Versuchsergebnissen herausgehalten werden, was ihre Aussagekraft und Realitätsnähe bei musikalisch-technischen Höraufgaben aus der Musikproduktionspraxis jedoch erheblich mindert. Um stattdessen den Einfluss der Testbedingungen auf die Wahrnehmung systematisch zu erfassen, beschreibt diese Arbeit die Entwicklung einer neuen Toolbox, mit der sich der Einfluss von Abhörpegel, Dauer des Musikausschnitts und Inter Stimulus Interval auf die Unterscheidbarkeit untersuchen lässt. Durch Implementierung der adaptiven Maximum-Likelihood-Prozedur in einem zweistufigen Versuchsdesign kann die Schwierigkeit der Höraufgabe im ersten Versuchsteil gezielt an das Niveau eines eben-merklichen Unterschieds herangeführt werden, bevor im zweiten Versuchsteil erfasst wird, wie sich eine Änderung der Testbedingung auf die Trefferquote auswirkt. Im Rahmen von Pilotversuchen in vier Experimenten mit elf Versuchspersonen hat sich diese konzeptionelle Grundlage als geeignet erwiesen, aber auch Fragen hinsichtlich der Realitätsnähe von psychometrischen Funktionen aufgeworfen und es wurde deutlich, wie wichtig valide A-priori-Annahmen für erfolgreiche Versuchsdurchgänge sind. Ausführliche Betrachtungen zu den experimentellen Grundlagen von ABX-Tests gehen einer Diskussion über die Aussagekraft von Hörversuchsergebnissen voraus, und die Bedeutsamkeit subtiler Arbeitsschritte in der künstlerischen Musikproduktion wird diskutiert. Nicht nur die objektive Erfassung, sondern insbesondere die subjektive Nutzungserfahrung im Hörversuch kann durch Reflexion der eigenen Wahrnehmung zum Erkenntnisgewinn beitragen, weshalb mit der neuen Toolbox niedrigschwellig und flexibel neue Versuche aufgesetzt werden können. Die Hörversuchssoftware benötigt keinen direkten Zugriff auf den adaptiven Parameter, und so können in direkter Anknüpfung an die Produktionspraxis Stimuli in die adaptive Prozedur eingebunden werden, die etwa mit Mischpult, DAW oder analogen Outboard-Geräten erstellt wurden.
| Author: | Michel Miersch |
|---|---|
| URN: | urn:nbn:de:hbz:575-opus4-4077 |
| DOI: | https://doi.org/10.48474/407 |
| Referee: | Timo Grothe, Bernhard Güttler |
| Advisor: | Timo Grothe |
| Document Type: | Bachelor Thesis |
| Language: | German |
| Year of Completion: | 2025 |
| Date of first Publication: | 2026/09/15 |
| Publishing Institution: | Hochschule für Musik Detmold |
| Granting Institution: | Hochschule für Musik Detmold |
| Date of final exam: | 2025/08/04 |
| Release Date: | 2026/09/15 |
| Tag: | ABX; ABX-Test; Hörvergleich; Hörversuch; Inter Stimulus Interval; JND; MLP; Maximum Likelihood Procedure; Musikproduktion; Psychoakustik; Tonmeister; adaptive procedure; eben-merklicher Unterschied; just-noticeable difference; psychometrische Funktion |
| GND Keyword: | Psychoakustische Messung; Musikproduktion; Hörschwelle; Gehörbildung; Tonmeister; Psychoakustik; Psychometrie; Signal Detection Theory; Arbeitsgedächtnis; MATLAB; Musikalische Akustik; Erich-Thienhaus-Institut; Lautheit |
| Page Number: | 116 |
| Institutes: | Erich-Thienhaus-Institut (ETI) |
| Licence (German): | Creative Commons - CC BY - Namensnennung 4.0 International |


